Mein Blog 2021

Inhaltsverzeichnis

Die Josefskapelle Ettenheim

Wieder eine Kapelle direkt an der Straße und doch leicht zu übersehen. Sie ist klein und einladend. Nur ein paar Stufen hochsteigen. Die Türe öffnet sich und ein kleiner Ruheort tut sich auf. Dem hl. Josef ist sie geweiht. Über der Türe steht die Jahreszahl 1878. In diesem Jahr wurde die Kapelle neu erbaut. Bereits 1618 stand hier schon eine Kapelle die inzwischen baufällig war.  Die schlichte Statue auf der Altarkonsole zeigt Josef der eine Lilie in der Hand hält und Jesus auf seinem Arm trägt. Die Kapelle ist gut gepflegt und mit Blumen der Jahreszeit geschmückt. Bemerkenswert ist auch das Gemälde vom Tode Mariens das die linke Kapellenwand schmückt.

Zwischen den Wohnhäusern steht die Kapelle und davor verläuft die gut befahrene Straße. Ein älterer Herr aus der Nachbarschaft erzählte wie es früher war und was er heute beobachtet. Jüngere Schüler aus dem benachbarten Gymnasium, so sagt er, kommen gelegentlich in diese Kapelle um heimlich das Rauchen zu üben. Vielleicht, so denke ich, sind sie bei dem Heiligen Josef gut beschützt. Er ist ein wortkarger Mann aber zu erstaunlichen Taten bereit, wie es die Bibel erzählt. Er erfüllt Aufträge, die ihm in seinen Träumen gegeben werden. Sicher würde er den neugierigen Jungen keine Moralpredigt halten, sondern ihnen möglicherweise durch leichtes Übelsein mitteilen, dass das Rauchen doch nicht so gut für sie ist.

Unter den neuen bunten Kapellenfenstern sind Lüftungsstreifen angelegt. – Ob das etwas mit den rauchenden Knaben zu tun hat?

Auch hier ein schöner Ort an dem man ein wenig zur Ruhe kommen kann.

Maria Kott, im März 2021

Spitalkirche Ettenheim

Sie ist leicht zu übersehen. Wenn da nicht ein Wegweiser an der Straße die Spitalkirche angezeigt hätte wäre ich vorbeigegangen. Es begann gerade leicht zu regnen. So hoffte ich auf eine offene Kirchentüre. Mitten in der Stadt führt von der Friedrichstraße aus, ein kleines Gässchen zur Kapelle die mit dem Spital verbunden ist. Zu gleichen Teilen Nutzbau und Kapelle. Im Giebel steht in einer Nische eine neuere Barbarastatue. Die Heilige Barbara ist die Patronin der Bergleute aber auch die Patronin der Sterbenden und schon immer die Patronin dieser Kapelle. Das Glockentürmchen darüber und der Altar in der Kirche sind noch von der 1452 erbauten Kapelle, die dann 1781 erneuert wurde.

Die Kapellentüre war offen. So verweile ich in diesem stillen und ehrwürdigen Raum. Auf dem kleinen Tisch vor dem Altar ist ein Gebetstext aufgestellt. Er gilt den Sorgen und Nöten in der Coronazeit. Das große Altarbild zeigt die Heilige Barbara mit Schwert und Palmzweig. Auch der Turm ist zu sehen, der auf Abbildungen der Heiligen nicht fehlen darf. Rechts und links vom Altar stehen die beiden Stadtpatrone Bartholomäus und Martin.

Besonders schön ist die frühbarocke Madonna im Blütenkleid an der Wand rechts vom Altar. Mutter und Kind tragen schwere Goldkronen. Früher trug die Figur zusätzlich noch ein Stoffkleid. Der große Kristall-Lüster aus dem Jahr 1979 ergänzt geschmackvoll alle diese Kostbarkeiten.

Die Spitalkirche dient immer noch zur Feier von Werktagsgottesdiensten.

Maria Kott, im März 2021

Tennenbach Kapelle

Im Kurhaus Freiamt gibt es monatlich eine neue kleine aber feine Kunstausstellung. Nach einer coronabedingten Pause soll es im März wieder eine Ausstellung geben. Leider war das nun doch noch nicht möglich. So sollte das neue Ausflugsziel die Kapelle Tennenbach werden, nicht allzu weit vom Kurhaus entfernt.

Dort wo die Kapelle steht treffen verschiedene Täler zusammen. Es hat sich eine riesengroße „Lichtung“ gebildet. An deren Rand steht eine recht wuchtige Kapelle. Auf einem Schaubild kann man sehen, dass sich in dieser Ebene ein riesiges Kloster ausgebreitet hatte. Das Kloster Tennenbach wurde 1158 von Zisterziensermöchen aus der Schweiz gegründet. Es war eines der bedeutendsten und größten Klöster im südwestdeutschen Raum. Sein ursprünglicher Name war Porta Coeli („Himmelspforte“). Im Jahre 1806 wurde das Kloster im Rahmen der Säkularisation aufgehoben. Bis dahin hatte es eine bewegte Geschichte. Kriege, Brände, Streitigkeiten setzten ihm immer wieder zu. Während der Napoleonischen Kriege 1813/14 wurde hier ein Lazarett für österreichische und bayerische Soldaten eingerichtet. Mehr als 1500 Soldaten starben dort. Sie wurden auf dem ehemaligen Klosterfriedhof und dann auch in einem Massengrab beigesetzt. Bei diesen Grabstellen befinden sich heute Denkmäler. 1829 begann der Abbruch der Klostergebäude und die Versteigerung der gewonnenen Steine. Die Hospitalkapelle, das Friedhofskreuz und der Keller des heutigen Gasthauses Engel sind die einzigen vorhandenen Reste dieses Klosters.

Dieser kleine Ausflug wurde zu einer beeindruckenden Reise in die christliche Vergangenheit hier im Schwarzwald.

Meine liebe Kollegin Gertrud Göhringer aus Kippenheim hatte meine Fotos von der Tennenbach Kapelle gesehen. Das erinnerte sie an ihre Freiluftmalerei im Jahr 2006. Die Tennenbach Kapelle und auch das Gasthaus Engel hatte sie damals gemalt. Sie erlaubte mir diese beiden Aquarelle meinem Blog hinzuzufügen und ihn damit zu bereichern. Danke, Gertrud!

Maria Kott, im März 2021

Die Vogelhofkapelle in Seelbach Schönberg

In dem ruhigen Seitental von Seelbach Schönberg – führt eine schmale Straße Richtung Wanderparkplatz Hohengeroldseck. Auf halber Wegstrecke trifft man auf den Vogelhof. Dort steht die kleine Hofkapelle aus dem Jahr 1874. Daneben fließt ein Bächlein und plätschert eine Quelle. Große Steine umringen das Kapellchen. Die Türe ist offen. Wer möchte, kann im kleinen Innenraum – nur zwei Bänke passen hinein – rasten oder auch beten. Auf dem Altartisch steht eine schlichte Madonna mit goldener Krone, im roten Kleid und blauen Mantel, das segnende Jesuskind auf dem Arm. Kerzen, Heiligenbilder und kleine Figuren sind auf dem Altar und den Fenstersimsen aufgestellt. Alles Zeichen schlichter Volksfrömmigkeit.

 Es ist ein kalter aber sonniger Wintertag. Viele Spaziergänger sind unterwegs an diesem Sonntagnachmittag in der Coronazeit. Die meisten genießen das malerische Tal mit seinen vereinzelten Schwarzwaldhöfen. Ein älteres Ehepaar läuft zielstrebig auf die Kapelle zu und verweilt einige Zeit in dieser Andachtsstätte. Mit ihnen unterhalte ich mich eine Weile. Sie lieben diesen Ort. Häufig ist er das Ziel ihrer Spaziergänge.

Auf der Kapellentüre haben die Sternsinger den Haussegen geschrieben. Doch er stammt schon aus dem Jahr 2017. So hoffe ich, dass im nächsten Jahr die Sternsinger hier vorbeikommen und einen neuen Segen an die Tür schreiben.

Maria Kott, im März 2021

Kapellen in Prinzbach

Alte Traditionen neu dargestellt

„Kein Ding so schlecht, das nicht was Gutes brächt‘ „

So heißt es im Volksmund. Das sind gute, alte Weisheiten.

Ohne Corona hätte ich niemals all die Kapellen in der näheren Umgebung gesucht und gefunden. Beispielsweise in Prinzbach. Es ist ein Ort wo die Welt wohl noch in Ordnung ist. Eine wunderschöne Schwarzwaldlandschaft. Dort habe ich gleich zwei Kapellen gefunden. Eine aus dem Jahr 2020 im hinteren Tal von Prinzbach. Der Betreiber des 200 Jahre alten Romanhofes – er bewirtschaftet dort eine Käserei – hat sie selbst erbaut aus Dankbarkeit für das Lebensglück das er erfahren durfte. Sie ist liebevoll ausgeschmückt. Die Türe der Kapelle stand weit offen. Eintreten und Fotografieren wurde gerne erlaubt.

Weiter unten am Ortsende, beim Bechererhof steht die Kapelle aus dem Jahr 1857 – wie die Aufschrift über der Eingangstüre lautet. Äußerlich wie andere Hofkapellen aus dieser Zeit. Innen jedoch die große Überraschung. Die ganze Kapelle ist bunt ausgemalt. Man muss sich wirklich Zeit nehmen um die vielen Geschichten zu verinnerlichen, die hier abgebildet sind. Der Künstler Emil Wachter hat diese Bilder gemalt. Er zeigt Geschichten aus dem Alten Testament und verbindet sie mit Geschichten aus dem Neuen Testament. Die Personen aus diesen Geschichten könnten aus der heutigen Zeit sein. Auch der seit 1944 in Russland vermisste Benno Josef Gutzweiler kommt auf diesen Bildern vor. Zu seiner Erinnerung wurde die Kapelle neu bemalt.

Glücklicherweise hatte ich viele Fotos gemacht. So blieb mir zu Hause genügend Zeit mich mit dem künstlerischen Werk von Emil Wachter zu befassen.  

Maria Kott, im März 2021

Abendlicht im Stadtpark

Es ist schon recht ruhig im Stadtpark, denn bald werden die Tore geschlossen. Schnee liegt auf den Wiesen und der kleine Teich ist mit Eis bedeckt. Es war ein sehr kalter Tag mit strahlender Sonne die nun langsam untergeht und den Park in ein goldenes Licht hüllt. Dem Flötenspieler am Teich setze ich meine Mütze auf damit er nicht so frieren muss. Mit ein wenig Phantasie höre ich ihn spielen:  „Gold’ne Abendsonne, wie bist du so schön…. Eine Weile lausche ich noch und genieße den besonderen Augenblick. Dann gehe ich nach Hause. Meine Mütze nehme ich wieder mit.

Maria Kott, im Februar 2021

Island – ein Kindheitstraum

Zur Zeit von Corona sind große Reisen nicht sehr sinnvoll und meistens auch nicht möglich. So krame ich alte Fotos hervor. Auf meiner Islandreise im Jahr 2015 sind viele Bilder entstanden. Mit dieser Reise hatte ich mir zu meinem 70. Geburtstag einen Kindheitstraum erfüllt. Als Kind habe ich die Nonni-Bücher gelesen in denen Jon Svensson der Schriftsteller von seiner Kindheit in Island erzählt. Viele dieser Bücher habe ich gelesen und so entstand in mir schon damals der Wunsch dieses Land zu besuchen. Einen kleinen Auszug meiner Bilder möchte ich hier vorstellen.

Die wilde Natur

Blumen und Steine

Reise durch das Land

Kongressgebäude „Harpa“ in Reykjavik

Island, ein Kindertraum der mich fast 60 Jahre begleitet hat und dann tatsächlich in Erfüllung ging. Rechtzeitig vor meinem 70. Geburtstag konnte ich die Reise mit Ester Dixa Studienreisen in Ringsheim unternehmen. Es war ein großartiges Erlebnis das mich wohl noch lange begleiten wird.

Maria Kott, im Januar 2021

Langenhard Kapelle und Eiche

Ein kleiner Ausflug zum Luftschnappen an einem Wintertag. Oben auf dem Langenhard – einem der Lahrer Hausberge – hat es sogar noch Schnee. Auf dieser Hochebene stehen verstreut einzelne Bauernhöfe und Häuser. Die Straße führt an der Langenhard Kapelle vorbei. Gegenüber liegt das Gasthaus zur Eiche. Dort steht auch die riesige alte Eiche. Sie soll über 400 Jahre alt sein. Vermutlich ein alter Versammlungsort dem auch Weissagungs- und Heilkraft zugesprochen wurde.

Das Gasthaus ist wegen Corona geschlossen. Doch die kleine Kapelle ist offen. Die Bänke davor haben Schneekissen und der Weg zur Kapellentüre ist sauber gefegt. Sorgfältig gepflegt und zu einem großen Teil neu restauriert ist die kleine Hofkapelle. Besucher stellen Fundstücke und Mitbringsel auf den Altartisch zu Füßen der Marienstatue mit dem Jesuskind. Sie sprechen hier ihre Bitt- und Dankgebete. Vor dem eisigen Wind, der draußen bläst, ist man in der Kapelle sicher und die vom Fotografieren klammen Hände werden bald wieder warm. Nach einer besinnlichen Pause geht es wieder hinaus in die Kälte. Hier oben ist der Ausblick frei und weit. Doch an so einem kalten Tag lockt schon wieder die warme Stube. Da eine Einkehr im Gasthaus nicht möglich ist, gibt es den Nachmittagskaffee zu Hause.

Maria Kott, im Januar 2021

Die Anna-Kapelle Schweighausen

Außen ist sie schlicht und innen kostbar, die Anna-Kapelle. Sie liegt direkt an der Straße, mitten im Dorf, und dennoch kann man sie leicht übersehen. Die sie umgebenden Häuser sind höher und lenken den Blick zunächst von ihr ab. Bereits um das Jahr 1500 dürfte dort eine Kapelle gestanden haben. Die heutige Anna-Kapelle wurde 1758 erbaut. Es ist die Zeit um Weihnachten und so dominiert eine sehr große Krippe das Innere der Kapelle. Man sieht, dass diese Krippe mit viel Liebe und beträchtlichem Arbeitsaufwand aufgebaut wurde. Für ausreichende Beleuchtung ist auch gesorgt. So kann man in Ruhe das Krippengeschehen betrachten.

Die eigentliche Kostbarkeit der Kapelle wird von der Krippe fast verdeckt. Sie ist aber das ganze Jahr über das Herz dieser Kapelle. Es ist das Altarbild. Mutter Anna unterrichtet ihre Tochter Maria, die sich an sie lehnt und aufmerksam zuhört. Daneben steht Vater Joachim auf seinen Stab gestützt und schaut wohlwollend zu. Ist das nicht ein wenig „homeschooling“ wie es jetzt zur Corona-Zeit von den Familien gefordert wird. Vielleicht können wir da etwas lernen oder uns bei einer stillen Einkehr in der Kapelle von der Gelassenheit dieser kleinen Familie anstecken lassen.

Maria Kott, im Januar 2021

Die Kniesteinkapelle

Auf einer kleinen Lichtung im Wald bei Schweighausen steht die Kniesteinkapelle. Hier ist ein Platz reich an Sagen und Mythen. Wege aus vielen Richtungen führen dorthin. Es scheint ein sehr beliebtes Wanderziel zu sein. Alle Altersgruppen sind anzutreffen. Ein Jogger kommt bis zum Brunnen um sich dort zu erfrischen. Familien, einzelne Wanderer, Männer und Frauen halten bei der Kapelle an. Die Türe ist offen und viele gehen für einen Augenblick der Besinnung hinein bevor sie weiterwandern. Einige kennen die Sagen und Mythen, die man sich von diesem Ort erzählt. Andere kommen her, weil es hier einfach schön ist. Sie spüren sicher auch die mythischen Kräfte die von hier ausgehen. Die Kapelle ist gepflegt und schön geschmückt. Das Altarbild zeigt Maria die Schmerzensmutter. Darunter steht zu dieser Jahreszeit eine liebevoll gestaltete Krippe. Beim Blick zur Decke sieht man die Krönung Mariens im Himmel. Erbaut wurde die Kniesteinkapelle 1866 jedoch bereits im 9. Jahrhundert wurde der Ort erstmals erwähnt.

Sagen, Mythen und wundersame Ereignisse hört man von diesem Ort. Da gibt es den Kniestein der durch langes Knien und Beten eines Einsiedlers Abdrücke von seinen Knien bekommen habe. Auch will man wundersame Stimmen und Gesang gehört haben. Heilende Kräfte sollen ebenfalls von der Kapelle und dem Brunnen ausgehen. Gläubige Menschen unternehmen eine Wallfahrt dorthin. Um die Kapelle sind viele Bänke aufgestellt. Sie laden zur Rast ein. Jetzt haben sie „weiche Kissen“ aus Schnee. Auch den Kniestein lässt der Schnee weich erscheinen.

Maria Kott, im Januar 2021

Kalender für 2021

Für das Neue Jahre habe ich einen Kalender gestaltet mit dem Thema „Im Spiegel sehen“. Diesen möchte ich hier vorstellen. Auf allen Bildern bin ich selbst zu sehen – mehr oder weniger versteckt.

Maria Kott, im Januar 2021

Das Neue Jahr

Allen die diesen Blog lesen wünsche ich ein frohes neues Jahr 2021. Wegen Corona ist in diesem Jahr kein Feuerwerk möglich. Es herrscht auch an Silvester Ausgangssperre. Deshalb habe ich auf Feuerwerksfotos von der Landesgartenschau in Lahr aus dem Jahr 2018 zurückgegriffen.

Maria Kott am 01. Januar 2021